Kombiniere….! Stoffe mixen Teil 3: Die Farbwahl – mit den Trendfarben 2019

Beim Thema Stoffe mixen geht es ja immer um die Fragen: Passen die Farben? Harmonieren die Materialien? Vertragen sich die Muster? Oder liegt der Reiz genau im Gegenteil - im Bruch, im Kontrast? Zu Jahresbeginn, ein wenig gebeutelt von den grauen Wintermonaten und vorfreudig gestimmt durch die sommerlichen Trendfarben 2019 dachte ich, es passt, das Thema Farbkombination zu behandeln. Vieles ist nicht neu, aber im Überblick ganz hilfreich. Und natürlich interessiert mich DEINE Meinung – gerne auch per Kommentar zu diesem Beitrag.

Zuallererst: an Deinen persönlichen Voraussetzungen kommst Du nicht vorbei. Es gibt einfach individuelle Styling-Vorlieben, Farbtypen - Frühling, Winter… etc. - und Geschmacksrichtungen. Mal im Ernst: Wie oft hast Du schon ratlos vor einer Stoffbeute Deiner Freundin gestanden und was von „ja, schön, äh, hm, nettes Muster, jo, fühlt sich gut an“ gemurmelt und Dich gefragt, ob es Eure Freundschaft wohl verträgt, wenn Du jetzt entschieden „die Farbe geht gar nicht“ sagst? Bei der Farbwahl für mich persönlich halte ich mich an das allerwichtigste Prinzip bei solchen Entscheidungen: Wenn ich auch nur den geringsten Zweifel spüre, lasse ich die Finger davon. Fertig. Und übrigens mache ich das in der Regel auch bei der Auswahl der Stoffe für den Shop so.

Hier ein paar „alte Bekannte“ zum Thema Stoffe nach Farben kombinieren, neu illustriert an den Pantone Farben für Frühjahr/Sommer 2019:

Colourblocking: Je bunter, desto besser! Kontrast ist das Motto, auffallen soll es – also etwas für mutige Naturen, die gerne im Rampenlicht stehen. Mango Mojito – Pink Peacock – Princess Blue oder Pepper Stern – Turmeric Orange - Lemon Verbena: Erlaubt ist was gefällt!  

 Pantone-Mango-MojitoPantone-Pink-PeacockPantone-Princess-Blue Pantone-Pepper-SternPantone-TumericPantone-Lemon-Verbena

 

 

 

 

 

Man sollte jedoch darauf achten, dass die verschiedenen Farbtöne in etwa dieselbe Strahlkraft haben, damit nicht eine die anderen dominiert oder eine völlig untergeht. Dezenter und frisch wirkt die Kontrastierung durch weiße Zwischenräume, während Schwarz die Farben zum Leuchten bringt und sie wild und gefährlich macht. Und noch ein Tipp: Wenn schon Colourblocking, dann richtig. Keine halben Sachen – sonst verpufft die Wirkung und übrig bleibt ein kläglicher „Gewollt und nicht gekonnt“-Effekt.

Ton-in-Ton: Hier sind Nuancen gefragt und weiche Übergänge, Farbfamilien und Harmonien. Also eher das Gegenteil zum Colourblocking und daher in der Regel nicht besonders aufregend. Tipp: damit keine Langeweile aufkommt, bei Taschenpatten oder Ärmelaufschlägen, Krägen oder Bündchen oder zumindest bei den Accessoires zu einer Kontrastfarbe greifen. Ich liebe Naturtöne von Cremeweiß über Taupe bis Braun, nicht nur für Kleidung, auch für Wohndekoration. Sie sind wunderschön, aber im wahrsten Sinn des Wortes oft „eintönig“. Füge ein wenig Mint, Petrol oder Türkis hinzu oder auch Hellblau - sofort wird es edel und elegant! Reines Ton-sur-Ton kann dann inspirierend sein, wenn es sich um neue oder ungewöhnliche Farbnuancen handelt, wie zum Beispiel bei Fiesta – Turmeric – Living Coral. Ich stelle mir die drei als Dekokissen nebeneinander auf einem hellen Sofa vor: Sommerfeeling pur!

Pantone-Fiesta        Pantone-TumericPantone-Living-Coral

 

 

  

 

 

Farbklassiker: Wenn einem zwischendurch mal nach Ordnung, Orientierung und Tradition zumute ist, hilft es auf die klassischen Farbkombinationen zurückzugreifen: Schwarz und Weiß, Rosa und Grau (hier fällt auf, dass bei den Trendfarben Frühjahr/Sommer 2019 kein Grauton dabei ist… wohl eher was für die Herbst-Winter-Saison), Gelb und Blau (Lemon Verbena – Princess Blue oder Mango Mojito – Eclipse), Grün und Braun (Terrarium Moss – Brown Granite). Du solltest Dir allerdings darüber im Klaren sein, dass diese Farbkombis eben jeweils eine „Geschichte“ haben: In einem rotblauen Kostüm wirst Du vielleicht mit der Stewardess verwechselt, Grün-Braun erinnert sofort an Camouflage-Look und so weiter.

 Pantone-Mango-Mojito  Pantone-Eclipse        Pantone-Terrarium-Moss  Pantone-Brown-Granite

 

 

 

 

 

Es kommt zusammen, was nicht zusammengehört: Meistens da, wo Farben im Farbkreis dicht nebeneinanderstehen, empfinden wir sie als unpassend, störend – sie „beißen sich“.  Bei den Pantonefarben sind dies zum Beispiel Pink Peacock – Fiesta Orangerot oder Pressed Rose und Mango Mojito. Grün und Blau ist auch so ein Fall, an dem sich die Geister scheiden. Bewusst als Stilmittel eingesetzt und mit den richtigen Accessoires versehen kann eine Kombination aus „geht nicht + geht nicht“ jedoch absolut überzeugend wirken. Mut und Stil weisen den Weg. Und es muss ja nicht immer sein…

Pantone-Pink-Peacock  Pantone-Fiesta         Pantone-Pressed-Rose  Pantone-Mango-Mojito

 

 

 

 

 

Farben im Dreiklang: Bei drei verschiedenen Kleidungsstücken, Dekoteilen oder auch drei Stoffen in einem Kleidungsstück unterstützt oft eine „Mittlerfarbe“. Sie schafft Übergänge, mildert Kontraste und hilft, Farben miteinander zu versöhnen oder sie sogar hervorzuheben (s. unten). Weiß und Schwarz habe ich bereits erwähnt, es könnte auch ein anderer „neutraler“ Farbton sein wie zum Beispiel Soybean (von Pantone als „Neutralton“ eingestuft) zwischen Toffee und Terrarium Moss. Oder ein Farbton, der einer der beiden anderen Farben nahesteht, wie Pressed Rose zwischen Jester Red und Eclipse. Bei bunten Mustern stellt ein unifarbener Stoff, der eine der in beiden Teilen vorkommende Farbe aufgreift, die Verbindung her.

Pantone-Toffee  Pantone-Soybean  Pantone-Terrarium-Moss     Pantone-Jester-RedPantone-Pressed-RosePantone-Eclipse

 

  

 

 

Farben bringen Farben zum Strahlen - und manche verschlucken sich gegenseitig. Ich kann leider nicht farbtheoretisch erklären, woran das liegt, aber ich sehe es sofort, wenn die Farben aufeinandertreffen, und ich habe die Erfahrung gemacht, dass meine Kundinnen ähnlich empfinden. Im Idealfall leuchten beide zusammen mehr als allein, manchmal wird auch eine eher fade Farbnuance aufgewertet. Ein Beispiel aus meiner Liebings-Farbwelt Petrol (die leider nicht zu den Pantone Sommerfarben 2019 gehört): Ein mattes, unscheinbar gemustertes Stöffchen in Mint-Weiß-Hellblau beginnt zu strahlen, sobald sich ihm das türkisfarbene Bündchen hinzugesellt. Oder in Pantone ausgedrückt: Weder Toffee noch Terrarium Moss sind an sich der Knaller. Deshalb – wohl nicht ganz zufällig – befindet sich in der Reihe zwischen ihnen die warme Wunderfarbe Mango Mojito. Und schon beginnen beide mit dem Sommer um die Wette zu leuchten.

Pantone-Toffee  Pantone-Mango-Mojito  Pantone-Terrarium-Moss

 

 

 

 

 

Pastelltöne mögen einander: Während die Kombination aus grellem Grün und leuchtendem Rot nach dem Augenarzt ruft, haben es Pastell(-Lind)grün und Hellrosa zusammen ganz nett. Die Farbsättigung spielt hier die entscheidende Rolle: Ist sie zurückgenommen, lassen sich viele Farben besser kombinieren. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn ein Zuviel an pastelligen Farbnuancen, die übrigens in diesem Jahr immer noch sehr beliebt sind (auch wenn sie in der Pantone-Farbskala nicht auftauchen) kann schnell kitschig wirken.

Noch ein Wort zu den 2019er Trendfarben für Frühjahr und Sommer: „Zuversicht“ und „gute Laune“ sind die Stichworte, die Pantone seinen Top 12 Trendfarben mitgibt. Und in der Tat, beim Anblick dieser warmen Grüntöne, erdigen Naturfarben, strahlenden Gelbs und vielen leuchtenden Orangenuancen denken wir unwillkürlich an sprießende Frühjahrsblumen und warme Sommerabende. Die Farbe des Jahres ist Living Coral: Zwischen Rot und Orange angesiedelt soll es „freundlich und belebend“ wirken, „anregend und lebensbejahend“. In diesem Sinn: Auf ein gutes und farbenprächtiges Jahr 2019!

Pantone-Living-Coral

 

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