Kommunionkleid – natürlich selber nähen

Kommunionkleid: kaufen oder nähen?

Für diese Entscheidung solltest Du drei wichtige Dinge abklären: 1.) Wie viel Geld steht zur Verfügung? 2.) Wie viel Zeit habe ich für die Vorbereitung? 3.) Was wünscht sich mein Kind? Am einfachsten ist es, wenn ein „Familien-Kommunionkleid“ weitergegeben werden kann und dies vom Töchterchen auch akzeptiert wird. Muss ein eigenes Kleid her, ist die Frage: neu oder gebraucht? Gerade bei einem Kleid, das nur einmal genutzt wird – gilt auch für Blumenmädchen-Kleider – bietet es sich an, im Bekanntenkreis, bei den zahllosen Internet-Plattformen für Gebrauchtkleider (es gibt ja nicht nur eBay) oder im Second Hand-Geschäft um die Ecke nachzuforschen. Futschneue Kommunionkleider gibt es ab ca. 90 Euro, teure Modelle kosten zwischen 200 und 350 Euro. Wenn Du das Kleid selbst nähen möchtest, kommt noch die Frage Nr. 4 hinzu: Verfüge ich über ausreichend Näherfahrung – traue ich mir das zu?

Was ist der Vorteil eines selbstgenähten Kommunionkleids?

Ein selbstgenähtes Kleid ist sicher nicht die billigste Variante und braucht Zeit, hat jedoch viele Vorteile: Es kann optimal auf die Passform, auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse zugeschnitten werden. Dies gilt nicht nur für den Schnitt, sondern auch für die Wahl des Stoffs und für alle benötigten Accessoires. Auch bei Tüll, Voile und Stickerei  gibt es die Möglichkeit, das Kleid so natürlich wie möglich zu gestalten, sprich auf Naturstoffe wie Baumwolle oder Viskose zurückzugreifen. Gerade Kinder mit empfindlicher Haut werden sich darin wohler fühlen und weniger schwitzen als in Polyester & Co. Und statt es in den Schrank zu hängen, kann man das Kleid später umarbeiten und eventuell sogar färben – was mit Kunsttextilien nicht möglich ist.

Welches Kleid für welches Kind?

Ganz gleich, ob Du kaufst oder nähst:  Natürlich müssen die Vorstellungen der jungen Dame vorher besprochen werden, damit es nicht zur bösen Überraschung kommt. Allerdings sollte das Kleid zum Kind passen, hier muss möglicherweise vorsichtige Überzeugungsarbeit geleistet werden. Oberstes Leitprinzip: Dein Kind muss sich in dem Kleid wohlfühlen! Ein Mädchen, das sonst nur Jeans trägt, gerne tobt, klettert und Fußball oder Hockey spielt, wird möglicherweise „hineingesteckt“ wirken, wenn zu viel Tüll und Reifrock am Kleid ist. Andersherum werden heiße Tränen fließen, wenn ein Kind sich ein bodenlanges Prinzessinnenkleid aus Satin und Spitze wünscht und dann ein schlichtes, kurzes Baumwoll-Kleid ohne Schnickschnack bekommt.

Was ist bei der Planung zu beachten?

Prinzessin oder Räuberbraut – Kommunionkinder sind 9 oder 10 Jahre alt und wollen spielen, auch und gerade an einem solchen Tag. Wenn die Anspannung vor und in der Kirche vorbei ist, geht’s ans ausgelassene Toben. Entweder wird das Kommunionkleid dann abgelegt und geschont – oft wird es ja am nächsten Morgen noch einmal zu Gottesdienst angezogen. Und die bequemere Variante kommt zum Einsatz, die Du, z.B. nach demselben Schnitt, aber etwas alltagstauglicher, gleich mit genäht hast. Oder das Kleid ist von vorneherein so gemacht, dass auch Rennen und Spielen darin möglich ist. Gerade für bodenlange Modelle gilt: Sie dürfen nicht zu lang sein – Achtung Stolpergefahr, auch schon in der Kirche. Und insgesamt: Nicht zu eng nähen, Atem- und Bewegungsfreiheit einplanen! Und natürlich an das Wetter in unseren Breiten denken: Ein passendes Jäckchen – als Bolero z.B. oder als Strickjacke – gehört auf jeden Fall dazu. Abschließend sei die Frage erlaubt, ob es denn immer komplett bräutlich weiß sein muss… oder ob nicht ein Farbtupfer in Rosa, Pink, Rot oder Blau das Festkleid etwas fröhlicher und kindgerechter macht? Geschmackssache…

Die Accessoires gleich mitgestalten

Mit Kleid und Jacke ist es noch nicht getan. Geplant werden müssen auch der Haarschmuck, Tropfenfänger und Kerzentuch und eventuell ein Kommunionbeutel oder -täschchen. Hier bietet sich beim Selbernähen dann doch die Möglichkeit, Geld zu sparen, denn aus den Stoffresten sind all diese Accessoires schnell und vor allem genau passend genäht. Es empfiehlt sich eventuell darüber nachzudenken, ob Dein Kind nicht schon mit dem Halten der Kommunionkerze restlos beschäftigt ist und ein am Handgelenk baumelnder Beutel nur stört.

Frisur und Haarschmuck

Der Haarschmuck soll zum Kind passen, und damit auch zum Stil des Kleides. Und er muss bequem tragbar sein und sich nicht gleich beim ersten Windstoß oder Kopfschütteln auflösen. Vielleicht tuts eine mit Tüll geschmückte Klammer? Oder ein breites Haarband, das gut hält? Oder ein schmales Glitzerband zum Einflechten? Hier gibt’s viele Alternativen. Falls eine Flechtfrisur gewünscht ist: Unbedingt vorher ein paarmal üben und am aufregenden Festmorgen genug Zeit dafür einplanen! Ganz wichtig: ERST das Kleid anziehen, dann die Frisur machen – Handtuch oder Frisierumhang umlegen. Gerade zu Kleidern aus Naturstoffen passt übrigens ein Kranz aus Naturblüten richtig gut. Diesen kannst Du schon einen Tag vorher fertigstellen (lassen), dann vorsichtig in Folie einschlagen und im Kühlschrank aufbewahren.

An was ist noch zu denken?

Checklisten für Kommunionsvorbereitungen finden sich im Internet reichlich. Hier ein paar Hinweise aus der Praxis – wieder angereichert mit Tipps meiner kommunionserprobten Schwägerin, Mutter von drei Mädchen:

  • Die Tischdeko frühzeitig planen. Wer ganz perfekt sein will, der stimmt auch die farblich aufs Kleid ab… naja, man kann es auch übertreiben. Aber zumindest beim Blumenschmuck bietet sich das an, der örtliche Blumenhändler steht mit Rat und Tat zur Seite.
  • Beim Schuhkauf darauf achten, dass die Schuhe wirklich passen, dass das Kind darin gut laufen kann, ohne sich z.B. die Ferse aufzureiben (eine meiner Kindheitserinnerungen - blutige weiße Socken :-) ) - also schon mal zuhause einlaufen.
  • Passende Strumpfhosen oder Leggings bereithalten, falls es kühl ist bzw. generell für die Kirche morgens.
  • An geeignete Unterwäsche in Weiß denken, am besten zwei Garnituren vorhalten.
  • Was ist mit Kleidchen für Geschwisterkinder? Die könntest Du aus demselben Schnitt mit einem anderen Stoff gleich mit nähen.
  • Falls das Kommunionkleid am nächsten Morgen noch einmal getragen werden soll und Flecken drin sind: Ein paar Stunden in Mineralwasser einlegen, das hilft garantiert.

 

Viel Freude beim Nähen und Vorbereiten und eine schöne, unbeschwerte Feier!

Tags: Nähen, Stoffe
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