Trendfarben Herbst-Winter 2019/2020 – guten Appetit!

Alljährlich im Februar, nach den beiden großen Modeevents, den Fashion Weeks in New York und London, zieht das Pantone Color Institute eine Farbbilanz: Welches sind die auffallendsten neuen Farben, welches neutrale Klassiker für die kommende Saison? Dabei stehen die Farbpäpste vor der nicht ganz einfachen Aufgabe, jedes Jahr aufs Neue einen allgemeinen Trend herauszufiltern und diesen dann auch noch möglichst originell zu beschreiben.

ChiliPepper

In der Herbst-Winter-Saison 2019/2020 hat sich Pantone damit, glaube ich, einigermaßen schwergetan. „Die Farben für den Herbst/Winter 2019/20 reichen von einfach und kultiviert bis hin zu auffällig anders und einzigartig“, lautet der Befund. Aah ja… Heißt im Klartext: Es gibt keinen eindeutigen Trend, sondern viele schöne Farbnuancen, die gleichwertig nebeneinanderstehen. Um dem ganzen trotzdem eine Klammer zu geben, wildern die Farb-Junkies gerne im emotionalen Farbkasten. Diesmal haben sie den Begriff „Selbstvertrauen“ zu Tage gefördert.

In der Pantone-Sprache liest sich das so: „Diese Palette mit ihren vielseitigen Farben erzeugt ein Gefühl der Bekräftigung und des Selbstvertrauens, wodurch man sich genau die Farben heraussuchen kann, die die eigene Stimmung oder Persönlichkeit am besten widerspiegeln.“ Eigentlich ist das ja nur die verschwurbelte Umschreibung einer Entwicklung, die seit Jahren in Fashion und Design zu beobachten ist, und die auch schon für die Farben der Wintersaison 2018 galt: Schluss mit dem Modediktat, Individualität ist Trend!  DarkCheddar

Lassen wir die Farben selbst sprechen: Ich habe mal alle 28 von Pantone identifizierten „Trend“-Töne aus London und New York zusammen- bzw. nebeneinandergestellt. Herausgekommen ist die Farbgrafik des Titelbilds. Und diese zeigt, was für die Herbst-Winter-Saison nun gar nicht ungewöhnlich ist, nämlich eine Zweiteilung: Eine reiche Farbpalette an warmen Laub- und herbstlichen Naturtönen (in der Grafik eher auf der rechten Seite) und eine schöne Auswahl an kühlen, kräftigen oder pudrigen Winterfarben (in der Grafik mehr links). In der Mitte gibt’s mit hellem Grau und gebrochenem Weiß die Evergreens zum Kombinieren. Hier wird tatsächlich jede/jeder fündig – vielleicht bis auf die Freunde des kräftigen Violetts und leuchtenden Türkis.

SugarAlmondNeben dem Auffinden neuer Farbnuancen ist für mich an der Arbeit des Pantone-Instituts vor allem die Namensgebung faszinierend. Natürlich bieten sich Vergleiche zu in der Natur vorkommenden Farben von Blüten, Blättern, Bäumen, Steinen, Holz, Wasser, Edelsteinen etc. an, und werden auch ausgiebig genutzt. Diesmal hat Pantone jedoch besonders oft in den „Lebensmittel-Topf“ gegriffen. „Butterscotch“ – sowas wie Karamell – „Dark Cheddar“, „Merlot“, „Chili Pepper“, „Guacamole“, „Cranberry“, „Summer Fig“, „Sugar Almond“, „Green Olive“, „Chicory Coffee“, „Vanilla Custard“ – mit diesen Bezeichnungen ließe sich ein köstliches, wenn auch, fürchte ich, sehr kalorienreiches Mahl zusammenstellen.

GuacamoleSo kann man sich seine Farbe(n) nun nicht nur nach Hauttyp und Kleidungsstil, sondern auch nach persönlichen Essens-Vorlieben aussuchen - und rundum glücklich werden! Im Pantone-Sprech: „Die Bejahung der Identität fördert farbliches Selbstvertrauen mit geistreicher Raffinesse“. Oder einfach: Guten Appetit!

Tags: Farben, Mode
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