Viskose – was lässt sich draus nähen und woraus besteht sie?

Glatte Viskose mit seidiger Oberfläche – so wie der Paisleystoff im wunderschönen Top von Julia von piek&fein (Foto rechts) – kann gut für elegante Oberteile verwendet werden: Fließende Blusen, mit oder ohne Schleifen, mit kleinen Krägen oder Wasserfall-Ausschnitten. Als Material für Röcke braucht diese feine Viskose einen Futterstoff, oder Du suchst Dir einen passenden Stoff zur Dopplung für einen Wickelrock, den Du dann eventuell sogar als Wenderock tragen kannst. Seidige Viskosestoffe bitte vorsichtig waschen, am besten per Hand oder im Schonwaschgang, und nur bei niedriger Temperatur bügeln.

Crinkle-Viskose ist durch eine spezielle Wärme- und Trockungsbehandlung „geknittert“. Dadurch wird der Stoff noch luftiger und weicher. Crinkle-Stoff ist oft auch lockerer gewebt. Besonders gut eignet er sich für Röcke – kann zum Beispiel als Maxirock toll aussehen – und Kleider, auch Tuniken, Schals oder Tücher. Crinkle-Viskose bitte nicht bügeln, denn dadurch verliert sich der Knittereffekt, und am besten auch nicht im Trockner trocknen. Sollte der Crinkle nachlassen, kannst Du Dein Kleidungsstück nach dem Waschen zu einem Strang zusammendrehen und so trocknen lassen, dann sind die Knitter wieder wie neu.

Es gibt auch noch weitere Stoffarten aus Viskosefasern – z.B. Viskosejersey, Viskosesamt, Viskose-Chenille und vieles mehr.

Wie trägt sich Viskose?

Gut – besonders im Sommer! Viskose-Gewebe kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, ist hautfreundlich, kühlend und fühlt sich weich und je nach Verarbeitung – seidig und glatt an. Viskosefasern sind allerdings nicht so reißfest und strapazierfähig wie Baumwollgewebe, daher werden Viskosestoffe eher selten zum Beispiel für Hosen oder Kinderbekleidung eingesetzt. Sie lassen sich auch nicht so einfach und bei hohen Temperaturen waschen wie Baumwollstoffe. Unsere Viskose-Stoffe sind nach STANDARD 100 by OEKO-TEX® („Textiles Vertrauen“) zertifiziert, so dass Du davon ausgehen kannst, dass im Endprodukt keine Schadstoffe enthalten sind.

Woraus besteht Viskose?

Aus Holz. Punkt. Holz?! Ja genau – wenn Du demnächst dein neues Viskose-Shirt trägst, kannst Du mit recht sagen: Ich und mein Holz! Allerdings hat dieses Holz – meist Sägereste von Laub- oder Nadelbäumen – als Stoff schon eine Reihe von Verarbeitungsschritten hinter sich. Es wird erst in kleine Schnitzel zerhackt und dann chemisch behandelt. Dadurch entsteht Zellstoff, eine faserige Masse. Diese wiederum besteht überwiegend aus Zellulose: das ist der Hauptbestandteil der aufgelösten Pflanzenzellwände. Die Zellulosemoleküle kuscheln sich gerne zusammen und bilden Faserstrukturen. Und damit hat Viskose viel mit Baumwolle und Leinen gemeinsam: Baumwollfasern bestehen zu rund 90 Prozent aus Zellulose, Leinen- (auch Flachs genannt)-fasern zu ca. 70 Prozent. Alles also nachwachsende Rohstoffe. Ach ja, und falls Du Dich schon mal gefragt haben solltest, was Modal ist: eine besondere Art Viskosestoff, die ausschließlich aus Buchenholz hergestellt wird und deswegen reißfester ist und noch mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Wie wird Viskosestoff hergestellt?

Die Details sind ziemlich kompliziert – jedenfalls werden der Zellulose vorübergehend allerlei chemische Stoffe beigegeben und so entsteht aus ihr eine Spinnmasse. Diese wird durch feine Haardüsen wie bei einem Duschkopf in das sogenannte Spinnbad gepresst, wo die Viskose-Endlosfasern entstehen. Diese werden dann noch bearbeitet – gestreckt, zusammengefasst, geschnitten, gewaschen, gebleicht, die Oberfläche behandelt – und dann sind die Viskose-Spinnfasern fertig, und es kann der Viskosestoff darauf gewebt werden. Das ganze Verfahren hört sich ziemlich chemisch an. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass auch bei der Produktion und Verarbeitung von Nicht-Bio-Baumwolle viel Chemie eingesetzt wird. Und im Vergleich dazu schneidet Viskose sogar noch besser ab, da bei ihrer Herstellung weniger Wasser und Energie verbraucht und weniger Pestizide eingesetzt werden.

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